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Blattstärke beim Poker

Was bedeutet Blattstärke?

Die Blattstärke ist das Maß dafür, wie gut ein Pokerblatt in einer bestimmten Situation ist. Es gibt diesbezüglich zwei Aspekte: die absolute Stärke und die relative Stärke. Die absolute Blattstärke wird durch die Position des Blatts in der Rangfolge der Pokerblätter bestimmt und ist unabhängig vom Blatt des Gegners. Die relative Blattstärke drückt aus, wie gut dein Blatt im Vergleich zu den möglichen Blättern deines Gegners abschneidet.

So funktioniert die Blattstärke

Die absolute Stärke gibt den Wert eines Blatts gemäß der festen Poker-Blattrangfolge an, ungeachtet des gegnerischen Blatts. Dies ist ein objektiver Messwert: Bei Texas Hold'em ist ein Full House beispielsweise stärker als ein Flush und schwächer als ein Four of a Kind.

Die relative Stärke gibt an, wie stark ein Blatt unter Berücksichtigung der möglichen Blätter des Gegners ist. Ein Blatt mit hoher absoluter Stärke kann auf einem gefährlichen Board eine niedrige relative Stärke haben - und ein Blatt mit niedriger absoluter Stärke kann auf einem langweiligen Board eine hohe relative Stärke aufweisen.

Bei Texas Hold'em kann sich die relative Stärke eines Blatts mit jeder neuen Gemeinschaftskarte bedeutend ändern. Wenn das Board eine koordinierte Struktur bekommt, also z.B. Karten mit aufeinanderfolgenden Rängen oder gleicher Spielkartenfarbe enthält, sinkt die relative Stärke von hohen Paaren, da so stärkere Blätter wie Straights und Flushs möglich werden.

Die relative Stärke hängt auch von der Range des Gegners ab: der Bandbreite an Blättern, die er angesichts des bisherigen Spielgeschehens realistischerweise haben kann. Die wahrscheinliche Range eines Spielers, der vor dem Flop eine 4-Bet gesetzt hat, unterscheidet sich von der eines Spielers, der im Big Blind gecheckt hat.

Die höchstmögliche Blattstärke haben die Nuts. Dies ist die Bezeichnung für das beste Blatt, das es auf dem gegebenen Board geben kann. Mehr dazu erfährst du im Beitrag: Die Nuts.

Die relative Stärke variiert zwischen fertigen Blättern und Draw-Blättern. Ein fertiges Blatt weist aktuell einen gewissen Showdown-Wert auf, während ein Draw-Blatt das Potenzial hat, sich zu einem stärkeren fertigen Blatt zu entwickeln. Das Board und die möglichen Blätter der Spieler ändern sich von Street zu Street, und somit kann sich auch die relative Stärke eines Blatts ändern.

Beispiele

Beispiel 1: Die relative Stärke sinkt

As♠ As♥ hat vor dem Flop eine hohe relative Stärke. Auf dem Flop Bube♦ 10♦ 9♦ würde die relative Stärke aber sinken, weil ein Startblatt mit zwei Karo-Karten nun einen Flush bilden würde und es zudem mögliche Straight-Kombinationen gibt. Eine Dame♦ auf dem Turn würde die relative Stärke des Blatts weiter verringern, denn somit wäre es noch wahrscheinlicher, dass ein Gegner ein besseres Blatt auf der Hand hat.

Beispiel 2: Die relative Stärke bleibt gleich

Diesmal kommst du mit den Startkarten As♠ As♥ zum Flop König♣ 7♠ 2♦. Die relative Stärke bleibt hoch, denn es gibt nur wenige mögliche Blätter, die ein Overpair auf einem nicht verbundenen Board ohne Möglichkeiten für Flushs oder Straights schlagen. Bei einer 9♥ auf dem Turn wäre die relative Stärke weiterhin hoch. Dasselbe Blatt mit der gleichen absoluten Stärke hat in diesem Beispiel also eine höhere relative Stärke als im vorherigen.

Beispiel 3: hohe absolute Stärke, niedrige relative Stärke

9♣ 8♠ auf dem Board 6♥ 2♣ 2♦ 2♥ 2♠ ergibt einen Four of a Kind aus Zweien mit der 9 als Kicker, ein Blatt mit einer hohen absoluten Stärke, das weit oben in der Blattrangfolge steht. Wenn jedoch ein Gegner eine 10, einen Buben, eine Dame, einen König oder ein As auf der Hand hat, gewinnt er den Pot auf dem Showdown, da er denselben Four of a Kind mit einem höheren Kicker hat. Dieses Blatt hat also eine niedrige relative Stärke.

Blattstärke in der Praxis

Das Thema ist wichtig, weil du bei deinen Entscheidungen stets die relative Blattstärke und nicht nur den eigentlichen Blattrang berücksichtigen musst. Ein Blatt, das angesichts seines Rangs stark aussieht, kann tatsächlich schwach sein, wenn du bedenkst, welche Blätter dein Gegner haben könnte. Du solltest Blätter immer im Vergleich zur wahrscheinlichen Range eines Gegners abschätzen statt ausschließlich basierend auf der Rangfolge.

Häufige Fragen (FAQ)

Die Blattstärke beim Pokerspiel drückt aus, wie mächtig ein Blatt ist. Es gibt zwei Kategorien von Blattstärke: die absolute Blattstärke und die relative Blattstärke.

Die absolute Stärke ist ein objektiver Maßstab, der sich am festen Wert des Blatts in der Rangfolge der Pokerblätter orientiert: Ein Three of a Kind hat beispielsweise einen höheren Rang als ein Paar. Die relative Stärke beschreibt, wie gut ein Blatt gegen die Blätter dasteht, die ein Gegner realistischerweise haben kann. Ein hochrangiges Blatt kann auf einem chancenreichen Board eine niedrige relative Stärke haben, und ein mittelmäßiges Blatt kann auf einem ungefährlichen Board eine hohe relative Stärke haben.

Die Blattstärke kann sich nach jeder Street ändern, da sich die Bandbreite möglicher Blätter ändert. Ein starkes Blatt vor dem Flop, wie ein mittelhohes Pocket-Paar, kann an relativer Stärke verlieren, wenn der Flop einen vollständigen Flush, Straight oder höhere Paare möglich macht. Die absolute Stärke bleibt in diesem Fall unverändert, aber dadurch, dass es mehr Möglichkeiten für Blätter gibt, die deinem überlegen sind, fällt die relative Stärke.

Auf dem Showdown gewinnt immer das Blatt mit dem höchsten Rang. Vor dem Showdown variiert die relative Stärke abhängig von der wahrscheinlichen Range deiner Gegner. Ein Blatt, das gemessen am Rang stark aussieht, kann dennoch hinten liegen. Doch wenn alle Karten aufgedeckt sind, bestimmen die Blattwerte den Gewinner. Wenn das stärkste Blatt gefoldet wurde, ist es natürlich nicht das Gewinnerblatt.